Arch Linux wird 10 Jahre!
Der 11. März 2002 ist ein besonderer Tag. Bemüht man eine Suchmaschine zu diesem Tag, scheint damals absolut überhaupt nichts passiert zu sein. Und doch geschah damals etwas, dass einer kleinen, treuen Schar von Menschen für eine lange Zeit im Gedächtnis bleiben sollte.
Ich bekam von dieser Historie absolut gar nichts mit. Die Rede ist vom ersten Release einer kleinen Linux Distribution names Arch Linux.
2002 war Linux zwar auch schon zu mir durchgedrungen, ich hatte Mandrake und Suse schon mehrfach probiert und mochte auch was ich sah. 2002 ist zufällig auch genau das Jahr, indem ich mich wagte weniger vereinfachte Distributionen wie Debian zu probieren. Debian gefiel mir auch deutlich besser als Mandrake, welches durch seine Automatismen immer wieder im Weg stand. Von Debian gelangte ich schnell zu FreeBSD und dort war ich erst einmal eine Weile glücklich. Was jedoch während all dieser Zeit immer einen festen Platz auf meiner Festplatte hatte, war das Betriebssystem aus Redmond.
Dies änderte sich erst mit meiner ersten Installation von Ubuntu, ca. 2006. Windows war weg, wurde nur selten vermisst und so langsam fühlte ich mich auch sicherer in meiner freien Softwarewelt. Sicher genug jedenfalls, um noch im gleichen Jahr Ubuntu durch Arch Linux zu erstzen. Und damit war der Wechsel der Distributionen bis heute vorbei.
Was am Anfang schwierig wirkte, stellte sich mit zunehmender Zeit als simpel heraus. Es gibt keine automatischen Anpassungen, keine zusätzlichen Layers, die im Hintergrund irgendwelche Systemdateien verändern, ohne dem Benutzer wenigstens mitzuteilen, WO diese gespeichert werden. Dies bedeutet, dass man sich einlesen musste. Wo mache ich was?
Doch da liegt das geniale an dieser Distribution: Erstens ist die Dokumentation vorbildlich und übersichtlich. Die Community hilft bei Fragen schnell und freundlich. Der Aufbau der (wenigen) Kofigurationsdateien ist einfach und logisch. Und pacman! Pacman ist im Gegensatz zu den ganzen RPM (Mandrake, Suse) und DEB (debian, ubuntu) vor allem eines: rasend schnell. Und das hat einen Grund. Es ist sehr einfach gehalten. Eine tar datei mit dem gepackten Inhalt des Programms, ein .install file mit eventuellen Scripts, die nachträglich ausgeführt werden - das war's. (Ignorieren wir den jüngst eingeführten Overhead der Signierung - wirklich komplex wird Pacman auch dadurch nicht).
Arch ist auch meine erste Distribution, bei der ich aktiv dabei sein wollte. Sobald ich die ersten Dinge verstanden hatte, wollte ich diese auch weitergeben. Seitdem bin ich eigentlich kontinuirlich im englischen und deutschen Supportchannel aktiv gewesen und werde es auch weiter sein. Arch läuft auf meinem NAS, meinem Netbook und (seit nun mittlerweile 6 Jahren) auf meinem Desktop und ich sehe keinen Grund, wieso sich das in absehbarer Zeit ändern sollte.
Damit bin ich immerhin 60% seiner Existenz mit dabei. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Arch Linux!